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Gefallene Engel der Vergangenheit

1703
Grausame Kriege, begonnen und angeführt von Shou Kawajiri, dem Kaiser des damaligen Manaba in Shigero. Ein Massensterben von Unschuldigen und Soldaten. Blutbäder für die Bauern, Siege für den König. Viele Zurückgebliebene schworen dem Kaiser blutige Rache, doch meist ohne Erfolg. Den Kaiser amüsierte es, dass er immer neue Dörfer zerstörte und sie dann von den Überlebenden wieder aufbauen ließ. Da zu viele von ihnen, jedoch schon beim Angriff starben, ließen seine Soldaten oft nur Schutt und Asche übrig. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn manche Dörfer wurden tatsächlich niedergebrannt.
1710
Yano Ikeda, Kaiserin von Hironobo, ebenfalls in Shigero, besuchte am 6.3. 1710 Manaba, auf Wunsch Shou Kawajiris. Er hielt um ihre Hand an und sie nahm an. Noch am selben Tag feierten ganz Manaba und Hironobo Hochzeit. Beide Städte verbündeten sich und wurden zu einer, zu Hironaba.
1711
12.5. 1711
Die Geburt des Thronfolgers Yusoda stand ins Haus, doch er und Mutter Yano starben während dieser. Shou Kawajiri war nun Alleinherrscher.
1712
In einem kleinen, noch nicht zerstörten, Dorf lebte der junge Hisanoki Okinomo, mit seiner Freundin Nyssa, in seinem Elternhaus. Er ist jetzt 17 und Nyssa ist mit ihren 16 schon von ihm schwanger. Ihr Dorf sollte bald den Truppen des Kaisers zum Opfer fallen. Hisanokis Vater erzählte immer davon, dass der Kaiser und sein Gefolge von einem dunklen Geheimnis umgeben seien. Denn jeder wunderte sich, warum sie so viele Dörfer zerstörten und nur wenige überlebten. „Die Toten haben nur eine Wunde und die Soldaten waren blutbeschmiert.“, sagte er immer. Doch nun war er tot und seine Mutter war Gefangene und Arbeiterin im Palast des Kaisers.
14.12.1712
Es war früh am Morgen, Hisanoki war schon wach um Wasser aus dem Fluss und Früchte vom Markt zu holen. Da startete der Kaiser einen Überraschungsangriff, viele Frauen schrien vor Angst und die Männer bewaffneten sich mit Mistgabeln und Messer. Sofort rannte Hisanoki zu seinem Haus, in dem Nyssa sich schon verbarrikadiert hatte. „Ob wir das überleben?“, fragte sie ängstlich und klammerte sich an Hisanoki. „Wir schaffen das!“, sagte er bestimmt und strich sanft über ihren Bauch. „Wir müssen es schaffen!“
Eine halbe Stunde später, fast ihr gesamtes Umfeld was schon verwüstet, rief ein Mann: „Alle überlebenden Männer hierher! Wir brauchen jeden, den wir kriegen können!“ Hisanoki fühlte sich angesprochen und stand auf. „Ich muss den anderen helfen!“, er küßte Nyssa und ging dann fort, mit den Worten: „Ich bin gleich wieder da!“
Eine weitere halbe Stunde später, konnte Hisanoki sich unbemerkt von den Männern entfernen, da diese die Situation einigermaßen unter Kontrolle hatte. Er schlich zurück, in Richtung Elternhaus, welches nur noch aus den Grundmauern bestand.
Eine dunkle Gestalt hielt sich über eine andere gebeugt und schien etwas zu trinken, da er beim näher kommen ein Schlürfen hörte. Hisanoki zog sein Messer und ging behutsam auf die Personen zu. „He, du, aufstehen!“, rief er. Zuerst schien die Gestalt sich nicht angesprochen gefühlt zu haben, doch dann erhob sie sich langsam und sah ihn an. Ein Mann Mitte 40, mit zu einem Zopf gebundenem schwarzem Haar und weiß- fahlem Gesicht, schaute ihm direkt in die Augen. Für einen kurzen Moment packte Hisanoki die Angst, als er sah, dass Blut aus dem Mund des Unbekannten floss. Nun wußte Hisanoki, was er getrunken hatte. Doch wessen Blut? Er umklammerte sein Messer und schaute sich die Person auf dem Boden etwas genauer an. Sie war weiblich und etwa 16 Jahre alt. Es war Nyssa. „Nein.... Nein. Nein!“, schrie Hisanoki und warf sich auf die Knie neben sie um ihren Puls zu fühlen. Doch jede Hilfe kam zu spät. Nyssa Kameda war tot. Hisanoki weinte vor Wut und Trauer, die Hand seiner Freundin nass und hatte das Gefühl ihm würde das noch schlagende Herz aus dem Leib gerissen. Der Mann wischte sich mit dem Handrücken, das Blut vom Mund und begann mit tiefer Stimme zu reden: „Oh, das tut mir leid.“, sagte er mit ironischem Unterton, „War das etwa deine Freundin?“ Hisanoki hatte Mühe sich zusammen zu reißen, doch er wischte sich die Tränen weg und stand auf. Dann starrte er den Mann an. „Wer bist du? Und mit welchem Recht und Gedanken, maßt du dir an zu morden?“ Mit überraschtem Gesichtsausdruck antwortete der Mann: „Ich bin Shou Kawajiri. Und warum ich töte? Weil ich Durst habe.“ Kawajiri bleckte die Zähnen, die eine leichte rötliche Verfärbung hatten und zeigte mit übertriebenem Grinsen seine langen Eckzähne. Hisanoki begann zu schwitzen und lockerte den Griff um das Messer. „Was zum Teufel sind Sie?“ Kawajiri lachte. „Da du sowieso gleich sterben wirst bzw. sehr lange schlafen, weil ich mich nicht länger mit einem Menschen unterhalten will, kann ich es dir ja sagen.“ Hisanokis Starren hatte sich in neugieriges Beobachten verwandelt. „Ich bin ein Vampir!!!“, schrie Kawajiri und griff Hisanoki an. Mit vor Überraschung, entsetzt aufgerissenem Mund, reagierte er blitzschnell und wehrte den Angriff ab, in dem er sein Messer in Kawajiris Schulter platzierte. Bluttropfen aus der Wunde spritzten dabei in seinen Mund und er musste unweigerlich schlucken. „Igitt!“, stieß Hisanoki hervor. Kawajiri dagegen lachte nur schallend und zog das Messer aus seiner Schulter, die Wunde verheilte sofort. Hisanoki passte kurz nicht auf und schon griff Kawajiri wieder an und diesmal konnte er sich nicht wehren. Kawajiri versenkte seine Zähne in Hisanokis Hals und trank unter seinen Schmerzensschreien los. Nach nur wenigen Minuten hatte Hisanoki 4 ½ Liter Blut verloren und krümmte sich unter Höllenqualen am Boden, bis er vor Erschöpfung nicht mehr konnte, die Augen schloss und regungslos liegen blieb. „Schlafe den Schlaf der Zeit, mein Sohn.“, sagte Kawajiri und ging von dannen.
In den folgenden Tagen begrub man die Toten und für besondere Personen schuf man Gruften, in die man diese legte. So auch für Hisanoki und Nyssa.

2012 – Hironaba heute
Dort wo früher Hisanokis und Nyssas Haus stand, steht heute das Einfamilienhaus der Familie Kashiwa. Arashy Kashiwa, das einzige Mädchen von 3 Geschwistern lag an diesem Abend auf ihrem Bett und laß ein Buch über Engel. Insbesondere interessierten die 16 jährige die Schutzengel, die farbenfroh und mutig dargestellt wurden. Sie war gerade in einen Dialog zwischen Schutzengel und schwarzem Engel vertieft als ihre Mutter in ihr Zimmer platzte. „Arashy, warum bist du nicht draußen bei deinen Geschwistern? Das Lagerfeuer brennt schon seit fast einer Stunde und du sitzt hier oben und ließt.“ Arashy war von ihrem Bett aufgesprungen und hatte das Buch hastig in eine Ecke geworfen. „Mum, du hast mich fast zu Tode erschreckt! Ich will nicht raus, zu den Anderen. Außerdem ist mir Feuer zuwider.“ Etwas enttäuscht zog ihre Mutter wieder ab und ging zum Lagerfeuer, welches im Garten war. Wenn Arashy aus ihrem Balkon sah, hatte sie den Garten direkt vor der Nase.
Der Schutzengel
Während Arashy nach ihrem Engel- Buch suchte, hörte sie ein Geräusch, welches von ihrem Balkon aus zu kommen schien. „Was war das?“, fragte sie sich selbst und vergaß für einen Moment das Buch. Langsam ging sie auf den Balkon zu, öffnete die Tür und ging hinaus. Da war es wieder, dieses Rascheln. Der Wind zerzauste ihr rotes Haar und ließ sie frösteln. Arashy beugte sich über die Brüstung, um zu schauen ob das Geräusch vielleicht von unten kam. Doch da verlor sie auf einmal den Halt und fiel über die Brüstung. Es ging alles so furchtbar schnell, das Arashy nicht mal Gelegenheit zum Schreien hatte. Ein junger Mann mit schwarzen Flügeln flog auf einmal, schnell wie ein Blitz auf sie zu und fing sie auf. Daraufhin fiel Arashy in Ohnmacht. Irgendwann, am nächsten Morgen, kam sie wieder zu sich und fragte sich ob sie das nicht nur geträumt hätte. „Fliegende Männer mit schwarzen Flügeln, groß wie Zimmertüren. Pah! So was gibt’s doch gar nicht!“ Dann merkte sie, dass sie noch in ihren Alltagsklamotten war. „Könnte es vielleicht doch sein, dass ich gestürzt bin?“ Unsicher blickte Arashy sich in ihrem Zimmer um und erschrak, als sie einen jungen Mann im Schatten ihres Kleiderschrankes sah. Mit verschränkten Armen lehnte er an der Wand und beobachtete sie, ohne ein Wort zu sagen. Seine dunkelblauen Haare wehten leicht im Wind, der durch die noch offene Balkontür ins Zimmer drang. Mit großen Augen, betrachtete Arashy ihn von oben bis unten: schmales weißes Gesicht, zerzaustes dunkelblaues Haar, schlanker sportlicher Body, ein T-Shirt das aus Leinen zu bestehen schien, aber sehr zerrissen war und seine Hose ähnelt denen, die die alten Samurais meist in Filmen trugen. Allerdings hatte er keine Flügel. Seine schmalen Augen waren von vielen Strähnen bedeckt, so das Arashy die Farbe kaum erkennen konnte. Fast schon neugierig beobachtete sie, wie er zur Balkontür ging und die Vorhänge zuzog. Plötzlich kam er auf sie zu und da Arashy auf dem Rücken lag, beugte er sich vorsichtig, von vorn, über sie und flüsterte: „Nyssa... es ist schön,... dich endlich wieder zu sehen...“ Sein kalter Blick bohrte sich tief in Arashys Augen und ließ ihr Herz einen Takt schneller schlagen. „Angst...“, schoss es Arashy durch den Kopf, „Ich habe Angst...“ Er stand kurz davor sie zu küssen, doch Arashy löste sich aus ihrer Starre, stieß ihn zur Seite und stand auf. „Wer sind Sie und was wollen Sie von mir?“ Verstört sah sie ihn an. „Aber Nyssa...“, sagte er ruhig, „erkennst du mich denn nicht?“ „Nyssa?! Mein Name ist nicht Nyssa. Ich heiße Arashy.“ Zum ersten mal seit, Arashy ihn in ihrem Zimmer gesehen hatte, bemerkte sie eine Unsicherheit in seinem Gesicht. Seine Blicke, wichen den ihren aus und er wurde nervös. Seine coole, selbstbewußte Fassade bekam Risse . „Aber wenn du nicht Nyssa bist und das nicht mein Familienhaus, dann...“, er brach ab. Arashy war total perplex, sie konnte keinen wirklich klaren Gedanken fassen, doch um die Situation einigermaßen zu retten, versuchte sie einiges zu erklären: „Mein Name ist Arashy Kashiwa und ich wohne hier zusammen mit meiner Mutter, meinem Vater und meinen zwei Brüdern. Ich kenne keine Nyssa und der Rest der Familie auch nicht. Wer auch immer diese Nyssa ist, sie wohnt hier nicht und ich bin es nicht.“ Arashy senkte die Stimme, „Es tut mir Leid aber so ist es nun mal.“ Auf einmal empfand sie ihm gegenüber keine Angst mehr, sondern Mitgefühl und so setzte sich Arashy neben ihn aufs Bett. „Wie heißen Sie eigentlich?“, fragte sie, schon fast schüchtern. „Hisanoki Okinomo.“, sagte er mit gefasst ruhiger Stimme. „Das ist ja ein uralter Name, wie aus dem Mittelalter.“, dachte Arashy und musste ein Kichern unterdrücken. „Wie kommen Sie eigentlich in mein Zimmer?“ „Warum sagst du, Sie zu mir?“, entgegnete er. „Äh... Ich kann auch du sagen, wenn dir das lieber ist.“ Beide musste, wie auf Knopfdruck lachen.
Nach gut zwei Stunden, Hisanoki hatte ihr so gut wie alles über seine Vergangenheit erzählt, da öffnete sich Arashys Zimmertür und ihr älterer Bruder Heiyi platzte ins Zimmer, „Arashy, kannst du mir vielleicht..-„, er brach ab, als er Hisanoki neben Arashy auf dem Bett liegen sah. „Oh!“, machte er übertrieben und grinste übers ganze Gesicht, „ich wollte euch nicht stören, aber warum sagst du mir denn nicht das du männlichen Besuch hast?“ Arashy stand auf und ging zu ihrem Bruder, „Es ist nicht so, wie du denkst. Jetzt sag schon, was willst du?“ „Das ist mir gerade entfallen.“, scherzte er und senkte seine Stimme, „Sag mal Schwesterchen, wer ist denn das? Dein neuer Freund? Hast du nicht gerade erst einen in die Wüste geschickt?“ Heiyi lachte. „Haha.“, sagte Arashy trocken, „wenn du mit gaffen fertig bist, kannst du ja gehen.“, sie blinzelte frech und lächelte übertrieben. „Is ja gut, ich wollte dich nur nach deinem Album von ´50 Cent` fragen.“ Arashy suchte das Album, fand dabei das Engel- Buch, und gab es Heiyi, „Hier, da hast du es. Jetzt zisch ab.“ „Viel Spaß noch ihr zwei!“, er zwinkerte beiden zu und verließ das Zimmer. Hisanoki wußte nichts damit anzufangen, doch Arashy verdrehte die Augen und sagte: „Das eben war mein großer Bruder Heiyi, er ist 19 und er taucht immer auf, wenn man ihn gerade nicht braucht, doch wenn man ihn braucht, dann ist er nicht da.“ Sie stieß Luft durch die Nase aus, wie ein wütender Stier wenn er ein rotes Tuch sieht, und setzte sich, mit dem Buch in der Hand wieder neben Hisanoki. „Wo waren wir?“ „Ich wollte mich noch einmal dafür entschuldigen, dass ich dich für Nyssa gehalten habe und dich fast, gegen deinen Willen, geküßt hätte. Es tut mir Leid.“ „Schon okay,“ Arashy lächelte ihn an, „viel wichtiger ist, wo wirst du jetzt wohnen? In ein Hotel kannst du nicht, du hast kein neuzeitliches Geld, nur alte Yenmünzen aus Bronze. Außerdem brauchst du neue Klamotten und...“, sie holte tief Luft und sagte dann bestimmt: “Ich hab’s, wenn du willst, kannst du hier wohnen.“ „Hier? Bei dir?“, sagte Hisanoki mit einem hoffnungsvollen Unterton. Arashy wurde rot, „Ja, bei mir. Ich müsste nur meine Eltern fragen.“, sie lächelte , nahm seine Hand und zog ihn die Treppe hinunter hinter sich her. „Mum, Dad, darf ich euch Hisaki vorstellen?“ „Hallo Hisaki.“ Ihre Eltern reichten ihm nacheinander die Hand. „Hisaki, braucht ein Dach über dem Kopf und da wollte ich euch fragen ob er hier wohnen darf.“, Arashy lächelte ihre Eltern, einem unschuldigen Engelchen gleich, an. „Ach, bitte! Ich trage auch die volle Verantwortung.“ „Nun, Arashy, das ist nicht so einfach, du kannst nicht einfach mit einem jungen Mann, wie mit einem dahergelaufenen Hund kommen, der hier mal eben wohnt, für den du dann die Verantwortung übernimmst.“, sagte ihre Mutter. „Nicht das ich Sie mit einem Hund vergleichen würde, nur wir haben leider kein Gästezimmer.“ „Ist schon in Ordnung Mrs Kashiwa.“ „Er könnte doch mit mir in meinem Zimmer wohnen.“ „Auf keinen Fall!“, schrie Arashys Vater. „Sozuro!“, versuchte Arashys Mutter ihren Mann zu beruhigen. „Ich kann doch nicht meine 16 jährige Tochter mit einem völlig fremden Jungen in einem Zimmer, womöglich noch im selben Bett schlafen lassen!“ „Aber Dad!“ „Nein, Schluss, aus! Keine Diskussion!“ „Ich rede mit ihm, geht ihr hoch in dein Zimmer, Arashy.“ „Danke, Mum.“
Fünf Stunden und einen lauten Streit später, kam Arashys Mutter in ihr Zimmer und überbrachte die freudige Nachricht, das Hisaki bleiben dürfe. Es war bereits dunkel geworden und Arashy hatte den ganzen Tag nichts gegessen, Hisaki ebenso. Während Arashy sich unten in der Küche einen Toast machte, beobachtete Hisaki sie von der Treppe aus. „Warum sitzt du da so stumm rum?“, fragte Arashy und lächelte ihn an. „Du hast mich vor deinen Eltern Hisaki und nicht Hisanoki genannt, warum?“ Er stand auf und ging langsam auf sie zu, mit diesem Blick den er schon bei ihrem kennenlernen drauf hatte. „Sei mir nicht böse, aber Hisanoki ist einfach ein zu altertümlicher Name, meine Eltern wären misstrauisch geworden, darum habe ich dir einen Spitznamen gegeben der etwas neuzeitlicher ist und den meine Eltern für deinen richtigen halten können.“ „Aha, also wirst du mich auch nur noch Hisaki nennen?“ Sie sahen sich in die Augen. „Wenn ich darf.“ „Natürlich, aber meinen Nachnamen behalte ich wenn’s recht ist?“, er lächelte. Es war dieses typische Lächeln, bei dem Comic- Zeichner ´smile` daneben schreiben würden. Er kam ihrem Gesicht ganz nah, so nah das sich ihre Nasenspitzen fast berührten. Doch ehe passierte, was hätte passieren müssen, erschien Seiyi, Arashys jüngerer Bruder in der Küche. „Eigentlich, wollte ich mir gerade was zu essen machen, aber ihr versaut mir echt, volle Kanne, den Appetit.“, sagte er mit übertrieben angewiderter Stimme. „Hau ab, du nervst!“, fauchte Arashy ihn an. „Nö, und wenn dann erst, nachdem du mir gesagt hast wer das ist.“, er zeigte auf Hisaki. „Das ist Hisaki Okinomo. Du wirst dich an seine Gegenwart gewöhnen müssen, denn er wohnt jetzt bei uns.“, sie grinste. „Und wie kommen wir zu der Ehre?“, fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen. „Zum Ausfragen haben wir Morgennachmittag noch Zeit. Mach dir was zu Essen und geh dann ins Bett, du hast morgen Schule.“ „Du hast mir gar nichts zu sagen!“ „Sie nicht, aber ich.“, ihre Mutter stand in der Küchentür und verschränkte die Arme vor der Brust. „Seiyi, ab ins Bett, es ist schon 7. 00 Uhr.“ „Okay...“, eingeschnappt ging Seiyi mit einem belegten Brötchen aus der Küche. „Und ihr zwei?“, Arashys Mutter lächelte, „um euch mach ich mir keine Sorgen, ihr wisst schon wann ihr schlafen gehen müsst, stimmt’s?.“ „Ja, natürlich. Gute Nacht.“ „Gute Nacht, ihr zwei.“ Auch sie ging aus der Küche. „Hast du auch Hunger?“, fragte Arashy. „Nein, danke.“, sagte er und blickte zur Seite. „Du hast heute schon den ganzen Tag nichts gegessen, isst doch wenigstens Abendbrot.“, sagte Arashy mit dem Ton einer besorgten Mutter. „Ich sagte doch bereits, dass ich keinen Hunger habe.“ „Aber...“ „Lass es!“, sagte Hisaki energisch und wandte sich zum gehen um. Langsam ging er die Treppe hoch in Arashys Zimmer und schloss die Tür. „Was hat er nur? Warum regt er sich so auf, nur weil ich um seine Ernährung besorgt bin?“, dachte Arashy, löschte das Licht in Küche und Flur und ging ebenfalls nach oben ins Zimmer. Es war stockdunkel und als sie das Licht anknipste sah sie, dass Hisaki auf ihrem Bett lag und ruhig wie ein kleines Baby schlief. „Man kann ihm einfach nicht böse sein.“, Arashy lächelte.
Am nächsten Morgen, fand sich Arashy auf ihrem Sofa, neben der Balkontür wieder. In die Sonne blinzelnd stand sie auf und zog die Vorhänge zu. Hisaki hatte sich in der Nacht die Decke über den Kopf gezogen und war so vollkommen unter ihr verschwunden. „Es ist, als hätte ich einen neuen großen Bruder.“, dachte Arashy und machte sich fertig um zur Schule gehen zu können.
Der Tag verging, wie im Flug und kaum das die Sonne am Horizont verschwunden war, öffnete Hisaki die Augen und huschte blitzartig aus Arashys Bett. Einen Moment lang, fragte er sich, wo er sei, doch dann erinnerte er sich an die letzten 24 Stunden, als wären es 24 Minuten gewesen. Hisaki setzte sich an Arashys Schreibtisch, für einen kurzen Augenblick begeistert vom sich drehenden Schreibtischstuhl, und begutachtet alles was auf ihm lag und gestapelt war. Rechts ein paar aufeinander liegende Hefter, links ein paar Blöcke und direkt vor seiner Nase, ein rosa Büchlein mit der Aufschrift ´Tagebuch`. Hisaki packte die Neugier und so öffnete er es und stöberte ein bisschen darin herum. Weiter hinten, fand er den Tag an dem sie sich kennen gelernt hatten. Arashy schrieb:




Liebes Tagebuch, 14.12.20012
Du wirst es nicht glauben, aber ich habe heute jemanden kennen gelernt. Nicht so, wie die anderen Jungs, er ist etwas besonderes. Er heißt Hisanoki, aber ich nenne ihn Hisaki, er hat mich gerettet, als ich vom Balkon gefallen bin. Ich bin zwar in Ohnmacht gefallen, aber an Manches kann ich mich noch erinnern, z.B. an seine großen schwarzen Flügel, ja ich weiß es ist etwas seltsam, am nächsten Morgen als ich in meinem Bett aufgewacht bin und er in der Ecke stand, waren sie auch nicht mehr da. Ich bin nicht sicher ob ich mir die Flügel auch nicht nur eingebildet habe. Jedenfalls hab ich Hisaki nicht darauf angesprochen. Am Anfang kam er mir so kühl und abweisend vor, du musst wissen, er hatte vor mich zu küssen, weil er mich für seine frühere Freundin Nyssa hielt. Ich habe ihn abgewiesen und klargestellt das ich nicht seine Freundin bin, und Arashy heiße. Daraufhin war er etwas zurückhaltener und auch nicht mehr so kühl. Er hat mir von seiner Zeit mit Nyssa erzählt und wie es dazu kam, dass er mich für sie hielt. Er stammt aus dem 17. Jahrhundert und hat Nyssa wurde durch den Biss seines damaligen Kaisers getötet, auch Hisaki wurde gebissen und fiel dann in einen Jahrhunderte langen Schlaf. Naja, ich muss schlafen gehen, sonst komm ich morgen nicht aus den Federn.
Eintrag Ende

Hisaki klappte das Büchlein zu und dachte einen Moment darüber nach, was er gerade gelesen hatte. Dann hörte er, wie jemand die Treppe hoch kam und noch bevor die Tür richtig auf war, so das ein Mensch hätte durch passen können, sagte Hisaki ruhig, ohne den Kopf zu heben: „Hallo, Heiyi.“ Verdutzt sah dieser Hisaki an, trat ein und setzte sich dann auf das kleine Sofa. „Woher wußtest du, das ich es bin? Es hätte eben so gut Arashy sein können oder Seiyi.“ „Du hast einen schweren Gang, ich haben die Treppe unter deinen Füßen knarren hören. Arashy und Seiyi sind um einiges leichter als du, ich habe sie bis jetzt noch nicht ein einziges Mal auf der Treppe gehört.“, sagte Hisaki ohne Heiyi anzusehen und schlug Arashys Tagebuch wieder auf. Heiyi machte ein Gesicht, als hätte Hisaki ihn geohrfeigt, faßte sich aber schnell wieder. „Ähm....Ja...Okay... Hey Hisaki, Kumpel, deine Klamotten“, er machte eine Pause, stand auf und betrachtete Hisakis Outfit etwas genauer, „aus welchem Jahrhundert bist du, sowas trägt doch heute niemand mehr.“ „Aus dem 17., warum?“, gab Hisaki fast schon schüchtern zu. Heiyi lachte schallend. „Na, du machst mir Spaß. Komm mal mit runter in mein Zimmer, du dürftest etwa meine Größe haben, ich find da schon was cooles für dich.“
Schwarzer Engel
Etwa eine Stunde später, kam Arashy nach hause und ging auch gleich nach oben in ihr Zimmer. Sie schmiß ihre Schultasche in eine Ecke und begrüßte Hisaki, der auf ihrem Bett lag. Sofort, nachdem sie sich an ihren Schreibtisch gesetzt hatte, fing sie an zu grinsen. „Cooles Outfit!“ Hisaki trug ein weißes T-Shirt, darüber eine schwarze Weste mit weitem abstehenden Kragen, eine ¾ Hose, die fast das selbe blau wie seine Haare hatte und weiße Socken. Vor dem Bett standen Heiyis weiß/dunkelblauen Turnschuhe. „Da hat er dich ja fein raus geputzt.“, lachte Arashy. Hisaki drehte sich zu ihr um und machte erst ein ziemlich glückliches Gesicht, „Ja, nach ner ¾ Stunde hatten wir, seiner Meinung nach, das perfekte Outfit für mich zusammen.“, doch dann wurde es wieder das kühle abweisende Gesicht, welches Arashy in ihrem Tagebuch beschrieben hatte. „Falls es dich interessieren sollte,“, er drehte sich wieder so, das er auf dem Rücken lag, „als ich dich auffing, nachdem du vom Balkon gefallen bist, hatte ich Flügel. Und ja sie waren schwarz. Schwarz wie die Nacht...“ Er grinste. Arashy saß da, wie vom Donner gerührt und starrte ihn an. „Ich dachte, ich hätte mir das alles nur eingebildet...“, sagte sie leise. Hisaki betrachtete mit milder Begeisterung Arashys Himmelbett von unten und behielt sein ernstes Gesicht, ohne sie anzusehen. „Zeig sie mir!“, rief Arashy plötzlich. „Was?“, überrascht setzte sich Hisaki auf, so schnell ,dass nicht einmal die Bettkante knarrte. „Die Flügel. Zeig mir bitte deine schwarzen Flügel.“ „Ist das dein Ernst? Was ist wenn einer deiner Brüder oder deine Eltern rein kommen?“ Arashy ging zur Tür und drehte den Schlüssel um. „Wie war das?“, sie lächelte ihn erwartungsvoll an. Hisaki stand auf, zog sein T-Shirt und die Weste aus und Sekunden später, war Arashys gesamtes Bett hinter seinen Flügeln versteckt. Er breitete sie richtig aus, es sah fast so aus als würde er sich nach langer Zeit strecken. „Wow... Sie sind wunderschön...“, keuchte Arashy. „Komm her.“, Hisaki machte mit seinen zwei Zeigefingern eine winkende Geste. „Na komm schon, ich werde dich schon nicht auffressen.“, er grinste. Arashy ging zu ihm und strich dabei vorsichtig über die weichen schwarzen Federn, der Flügel. Plötzlich schnappte sich Hisaki ihr Handgelenk und zog sie an sich. Er legte seine Arme um sie, als würde er sie umarmen wollen und sagte dann mit ruhiger Stimme. „Shou Kawajiri tötete Nyssa indem er sie biss. Er war ein Vampir. Auch mich hat er gebissen.“, er machte eine Pause um zu sehen, wie Arashy darauf reagierte. Sie verzog keine Miene und so fuhr er fort, „Er hat mich nicht sterben lassen. Der Vampir- Virus wird durch das Blut des Trägers weitergetragen. Ich habe, als ich ihn angriff ein paar Spritzer seines Blutes geschluckt. Ich bin ein Vampir...“, es folgte eine weitere Pause. „Wie du weißt habe ich seit über 24 Stunde, seit ich wieder wach bin, keine Nahrung zu mir genommen. Ich muss gestehen, ich habe großen Durst.“ Er drehte den Kopf zur Seite und mied Arashys Blick, doch sie sah seine Zähne trotz seinem geschlossenen Mund. Arashy fasst sich ein Herz und meldete sich zu Wort, „Wenn du so großen Durst hast dann...“, sie strich ihr langes rotes Haar zur Seite, so das ihr Hals frei lag. Hisaki, durch sein Vampir sein mit schärferen Sinnen ausgestattet, hörte Arashys Blut in der Halsschlagader pulsieren. Er sah begierig auf diese und sagte leise, „Ich verspreche dir, du wirst nicht sterben.“ Er hielt sie fest an den Schultern und versenkte seine Zähne langsam in ihrem Hals. Genußvoll trank er, während Arashy schwächer wurde. Nach nur wenigen Sekunden war sein Durst gestillt und er legte die bewußtlos gewordene Arashy aufs Bett. Vom Rausch des Blutes benebelt ging Hisaki auf Arashys Balkon und flog von dort aus in den Garten und setzte sich in die Krone eines Baumes. Danach leckte er sich die Lippen und er wurde sich dann erst richtig bewußt, was er gerade getan hatte. „Ich habe gerade einem Menschen in den Hals gebissen und sein Blut getrunken.“, dachte Hisaki mit Schrecken und faßte sich an die Stirn. Er schmeckte Arashys Blut und seine Kleidung duftete nach Rosen, so wie sie. „Das erste Mal, ist immer das schlimmste.“ Blitzschnell drehte Hisaki sich zum Nachbarbaum um und sah einem Jungen, in die hellgrünen Augen. Gelassen saß er da, ein etwa 16 Jahre alter Jungen in schwarzen Jeans, weißem T-Shirt, dunkelgrüner Armee- Jacke und braunen Springer- Stiefeln. Er hatte braunes kurzes zerzaustes Haar und eine auffällig helle Haut. „Wer bist du?“ Der Junge lächelte matt, „Mein Name interessiert nicht. Und? Hat sie deinen Durst gestillt? Ist deine erste Gier nach Blut befriedigt?“ Wäre Hisaki zu diesem Zeitpunkt ein Mensch gewesen und würde sein Herz noch schlagen, dann währe es wahrscheinlich vor Nervosität zersprungen. „Es war durchaus befriedigend, doch würde ich weiteres Blut nicht ablehnen.“ Kaum hatte Hisaki den Mund geschlossen schon wunderte er sich darüber, in welch erhobener Wortwahl, er mit dem fremden Jungen gesprochen hatte. Es war merkwürdig, in irgendeiner Weise fühlte er sich dem Jungen vertraut. „Natürlich, würdest du es nicht verwehren. Ein Vampir hat immer Durst, es kommt nur drauf an wie stark dieser ist.“, er deutete auf Arashys Balkon, „Das Mädchen hat keine Ahnung wozu ein Vampir fähig ist. Sie glaubt alles, was sie in Büchern ließt und in Filmen sieht. Unter anderem, das Vampire das Tageslicht fürchten. Humbug. Genau wie dieser Schwachsinn mit dem Knoblauch.“ „Ich habe viele Bücher in ihrem Zimmer gesehen und auch ein paar flüchtig durchgeblättert. Ich bin Vorgestern erst aus meinem jahrhundertelangen Schlaf erwacht. Ich meine damit, ich weiß nicht viel über das Vampir sein.“ Langsam fing Hisaki an sich zu entspannen und setzte sich relaxt, dem Jungen gegenüber. „Du hast ihr viel über dich und deine Vergangenheit erzählt. Du scheinst viel Vertrauen in sie zu haben. Und trotzdem, weißt du über das Vampir sein, um einiges mehr als sie.“ „Das ist mir durchaus bewußt. Aber...“, Hisaki brach ab. „Du kennst sie nicht. Du hast ihr aber trotz allem ihr Leben gerettet.“, er sah Hisaki in die Augen, „Sie ist nicht Nyssa! Sie ist eine ganz andere Art von Mensch. Trotzdem hat sie dich bei sich aufgenommen und dich ihr Blut trinken lassen.“ Auf einmal besann sich Hisaki, „Du redest wirres Zeug! Du schmeißt in deinen kurzen Kommentaren alles zusammen. Ich verstehe nicht genau, was du damit bezweckst!“ „Ich versuche einem angehenden Vampir klar zu machen, dass er zu viel Vertrauen in einen Menschen steckt, der seiner toten Freundin ähnelt. Ich versuche dir verständlich zu machen, das sie für einen Vampir nichts weiter als Beute ist und das du dich in Zukunft nur noch auf dich verlassen kannst und nicht wie in den letzten Tagen auf sie und ihre Familie. Du bist der Jäger und der Mensch ist die Beute!“ Der Junge setzte sich wieder, behielt Hisaki aber im Auge, man konnte fast denken, das er versuchte seine Gedanken zu lesen. Selbst wenn er es versucht hätte, wäre es ohne Erfolgt gewesen, da in Hisakis Kopf alles drunter und drüber ging. „Wenn du in dieser harten Welt überleben willst, müssen andere sterben. Du bist ein Vampir, du stehst in der Nahrungskette höher als sie. Ich wurde geschickt um dich von den Menschen weg zu holen, der Meister braucht dich. Er hat dich damals überleben lassen, weil er unter der Fassade des braven Bauern mehr vermutete, als nur einen Mann der seine Freundin beschützen wollte.“ Stille trat ein. Hisaki verarbeitete, was er gerade gehört hatte und der Junge grinste selbstzufrieden in sich hinein. „Du willst mir damit sagen“, begann er, „du wurdest von Shou Kawajiri geschickt, um mich in die Kunst des Vampir- Seins einzuweisen und dafür soll ich die Kashiwas verlassen?!“ „Wenn du es so ausdrücken willst, ja. Würdest du bei ihnen bleiben, würde das die gesamte Familie gefährden. Und das willst du doch nicht, oder etwa doch?!“, er grinste teuflisch. „Nein, natürlich nicht.“. Hisaki sah zu Boden. In Arashys Zimmer ging das Licht an und sie trat auf den Balkon. „Hisaki?! Hisaki!!! Wo bist du?!“, rief sie in den Garten, genau in der Lautstärke, dass Hisaki sie hören konnte aber der Rest der Familie nicht aufwachte. „Arashy!?“, erschrak sich Hisaki und schaute blitzartig zum Balkon. Im selben Moment verschwand der Junge und Arashy ging wieder in ihr Zimmer. Langsam wandte sich Hisaki wieder um und wollte gerade fragen: „Wie lange kann ich noch bei den Kashiwas bleiben?“, da sah er, dass der Junge weg war. Ein wenig verwirrt ging er in die Mitte des Garten, breitete seine Flügel aus und flog zurück auf Arashys Balkon. Wieder in ihrem Zimmer, schloss Hisaki die Balkontür und zog die Vorhänge zu. „Wo warst du?“, fragte Arashy ruhig und hielt sich den Kopf, weil ihr vom Blutverlust noch etwas schwindelig war. „Im Garten, hast du doch gesehen!“, bellte er sie an und setzte sich dann auf das kleine Sofa. „Die Sonne geht in gut 3 Stunden auf, du solltest schlafen gehen. Du brauchst den Schlaf im Gegensatz zu mir.“, fügte er noch in normaler Lautstärke hinzu. „Wenn du meinst...“ Arashy ging aus ihrem Zimmer und kam nach einer viertel Stunde, in ihrem Pyjama wieder. In der Zwischenzeit hatte Hisaki sich ebenfalls bettfertig gemacht. In schwarzen Boxerschorts saß er auf ihrem Sofa und zupfte sein Kissen zurecht. „Wenn du noch kräftiger ziehst, dann reißt du es auseinander.“, scherzte Arashy und warf ihm die Decke zu. Hisaki fing sie und legte sich dann hin. „Gute Nacht, Hisaki.“, sagte Arashy freundlich doch Hisaki reagierte darauf nur, in dem er mit einer Handbewegung das Licht löschte. In der Dunkelheit tastete Arashy sich zu ihrem Bett und legte sich dann zum Schlafen hin. Schon bald hatte sie die Augen geschlossen und war ruhig atmend eingeschlafen. Hisaki dagegen machte in den verbleibenden 2 ½ Stunden kein Auge zu. Arashys Atmen lauschen, quälten ihn unzählige Fragen, z.B. Wie wird sie reagieren, wenn er ihr sagt, dass er geht? Was würde passieren, wenn er sie später vergessen und irgendwann, aus Durst, töten würde? Würde er sich Vorwürfe machen oder würde er lachen? Er fand auf seine Fragen einfach keine Antworten und so beschloss er die verbleibende Zeit mit Arashy und der Familie zu genießen, so lange er konnte.
Kleiner Teufel
Am nächsten Morgen hatte er sich vorgenommen die Familie zu überraschen und war schon früh aufgestanden um den Tisch zu decken und Kaffee zu kochen. Vom Duft des Kaffees angelockt, stand schon nach kurzer Zeit Arashys Mutter in der Küche und bestaunte das Geschehen. „Das ist aber nett von dir, Hisaki, dass du für uns das Frühstück machst. Obwohl bei uns die Gäste eigentlich eher bedient werden, als das wir sie das Essen machen lassen.“, sie lächelte freundlich und trommelt dann den Rest der Familie zusammen. Alle kamen sie aus ihren Zimmern, setzten sich, bedankten sich und fingen dann an sich ihre Brote großzügig zu belegen. Arashys Vater sah in seinem purpurnen Morgenmantel aus, wie ein reicher älterer Herr mit disziplinierten Kindern und einer Frau, die genauso gut hätte Nonne werden können (weil reiche alte Säcke nur selten den Weg ins eigene Ehebett finden . Seiyi und Arashy sahen in ihren Schuluniformen wirklich aus, wie Kinder aus einem hohen Elternhaus. Heiyi hingegen hatte sich, wie Hisaki, in seinen Alltagsklamotten an den Tisch gesetzt. Alle schmatzten vor sich hin, doch Hisaki hörte nur den Puls in ihren Adern und gierte auf Arashy. Er musste sich ganz schön zusammenreißen, doch sobald alle fertig waren, stillte er oben, in ihrem Zimmer, seinen Durst an ihr. Daraufhin band sie sich ein Tuch um den Hals und packte dann ihren Schulranzen. „Es tat heute schon viel weniger weh, als gestern Nacht.“, sagte Arashy leise, aber so, dass Hisaki es hören konnte. „Meinst du...“, setzte er an. „Was denn?“, fragte Arashy neugierig und sah ihn an. „Ach, nicht so wichtig. Du musst zur Schule. Geh, ich will nicht, dass du wegen mir zuspät kommst.“, versuchte Hisaki sich raus zureden, doch ohne Erfolg, denn dadurch wurde Arashy nur noch neugieriger. „Ich hab noch über ne halbe Stunde Zeit und mit dem Bus fahre ich gerade mal 10- 15 Minuten. Also, jetzt erzähl schon, bevor ich noch vor Neugier zerplatze. Und das willst du doch nicht, oder etwa doch?“ Beide kicherten. „Nein, natürlich nicht, sonst müsste ich ja deine Überreste aufsammeln, das wäre eklig.“, grinste er. „Soll das heißen, ich bin eklig?“ „Nein, deine Überreste wären es.“, beide lachten laut und lange. Nach einer Weile kriegten sie sich wieder ein und Arashy fragte: „Also, jetzt sag, was wolltest du mich fragen?“ Hisaki wurde wieder etwas ernster und antwortete: „Nun, ich habe dich gestern gebissen und auch heute , habe ich meinen Durst an dir gestillt.“, er sah zu Boden. „Ja, und?“ „Ich mache mir allmählich Sorgen um dich. Durch die hohen Blutverluste, ist deine Gesundheit gefährdet. Außerdem weiß ich ja nicht, ob es für dich so prickelnd währe, für mich die lebende Blutbank zu spielen.“, fast schon schüchtern, mied er weiterhin ihren Blick. Arashy lächelte, ging zu ihm und stupste ihm mit dem Zeigefinger gegen das Kinn, sodass er aufschauen musste. „Du brauchst dir wegen mir, wirklich keine Sorgen zu machen. Mit den Verlusten komm ich schon klar, ich bin hart im Nehmen. Ob ich es nun prickelnd finde, oder nicht. Ich will nicht daran schuld sein wenn andere Menschen durch deinen Durst sterben. Lieber opfere ich ein, zwei Liter.“ Hisaki war ein wenig erstaunt, so etwas aus dem Mund eines Mädchens zu hören. Sie machte äußerlich nicht den Eindruck, als wolle sie die Menschheit vor einem Vampir, wie ihm, retten, in dem sie sich opferte. Sie sah eher aus, wie ein braver kleiner Satansbraten. Hisaki wurde je aus seinen Gedanken gerissen, als Arashy begann weiter zu reden: „Mal was anderes, ich muss los.“, grinste sie. „Aber, bevor ich gehe,“, sie wollte gerade die Türklinke hinunter drücken, da drehte sie sich noch einmal um, „kann ich dich etwas fragen? Es ist total freiwillig, also du musst nicht und ich werde dich erst recht nicht zwingen, also, ähm...“ „Jetzt spuck es schon aus!“, drängte Hisaki, weil ihm allmählich, von dem ganzen Gestottere und schnell Gespräche, der Kragen platzte. „Also gut,“, willigte Arashy ein und holte noch einmal tief Luft, „ich hatte mich gefragt, ob du nicht mal aus dem Haus kommen willst und mich, ähm, aber nur wenn du willst, von der Schule abholen möchtest?“ Nervös und leicht rot im Gesicht sah sie ihn an und hoffte innerlich auf eine bejahende Antwort. Ein wenig überrascht über diese Bitte, sah er sie verdutzt an. Er tat kurz so, als würde er überlegen und sagte dann, ganz cool und mit einem Lächeln im Gesicht, „Wann soll ich wo sein?“ Diese Antwort schlug bei Arashy ein, wie ein Blitz. Und genau so schnell, hatte sich ihre nervöse Miene in ein strahlendes Lächeln verwandelt. Übers ganze Gesicht strahlend, umarmte sie ihn, vor Freude, kurz. Bevor ihr das Ganze peinlich wurde, schnappte sie sich schnell ihre Schultasche und rannte die Treppe runter. Hisaki lief ihr nach, denn er wußte ja immer noch nicht, wo die Schule war, doch Arashy war schon weg. Auf dem Küchentisch jedoch, lag ein aufgeschlagener Stadtplan. Mit rotem Filzstift, war der Weg zur ´ Mikano- Mo- Oberschule ` eingezeichnet. Hisaki grinste und nahm den Plan mit nach oben, in ihr Zimmer. Schon nach kurzer Zeit, hatte er den Weg auswendig gelernt und war nun damit beschäftigt, sich in Geduld zu üben. Da Arashy erst in 3 Stunden Unterrichtsschluss hatte, beschloss er Heiyi zu suchen, um sich mit ihm zu beschäftigen. Nach einer Weile fand er ihn und sie unterhielten sich, bis Hisaki los musste, über Mädchen (typisch Jungs =). „Jetzt muss ich aber los.“, sagte er, als Heiyi gerade mit seiner Geschichte über seine letzte Beziehung fertig war. „Wohin willst du denn?“, fragte Heiyi neugierig. „Arashy hat mich gebeten, sie von der Schule abzuholen. Ist die ´Mikano- Mo- Oberschule` ne gute Schule? Ich meine, macht ihr das Lernen Spaß?“ Heiyi grinste, „Na, klar, macht ihr das Lernen Spaß! Vor allem, wenn dieser Typ aus der Parallelklasse ihr Nachhilfe gibt. Aber naja...“ „Mag sie den Kerl? Sind die beiden zusammen?“ „Sie findet ihn nur süß, behauptet sie. Nein, sie sind nicht zusammen. Arashy hat zur Zeit keinen Freund. Ihre komischen Freundinnen machen sie deshalb schon seit über einer Woche fertig.“ Da kam Hisaki eine Idee. „Ich muss jetzt aber wirklich los, sonst nimmt sie nachher noch den Bus und ich darf hinterher rennen.“ „Bis dann, Alter!“, rief ihm Heiyi hinterher, als Hisaki nach draußen stürmte und hinter ihm die Tür laut knallen ins Schloss fiel. Nach 15 Minuten kam er an der Schule an und betrat, fast schon schleichend, das Schulgelände. Langsam lief er über den Schulhof. Ein paar Schüler, die ihm entgegen kamen, musterten ihn prüfend und zogen dann komische Gesichter, als wollten sie sagen: „Outfit Prüfung nicht bestanden.“. Ihn kümmerte das wenig, denn er war ja hier, um Arashy abzuholen und nicht um sich doof anmachen zu lassen. Hinter einem Gebüsch, vor einer tiefer gelegten Schulwand, hörte Hisaki ein kichern. Er pirschte sich an den Busch und spähte zwischen die Blätter. Er sah Arashy auf der Mauer sitzen und ihre Freundinnen auf der Bank daneben. Die Mädchen kicherten und machten sich über Arashy lustig, indem sie von ihren tollen Freunden schwärmten und danach immer wieder sagten: „Tja, du hast ja keinen, sonst könntest du mitreden und bräuchtest nicht immer nur zuhören.“ Nach einer Weile wurde es Hisaki zu bunt. Er konnte nicht weiterhin zu lassen, dass diese dummen Gänse Arashy ärgerten. Er trat aus dem Gebüsch und sofort sahen alle ihn an, Arashy eingeschlossen. Die Blicke der Mädchen folgten ihm, bis er direkt vor Arashy stand. Sie wollte gerade „Hi, Hisaki“ sagen, da strich er ihr mit der Hand über die rechte Wange und küsste sie. Überrascht riss Arashy die Augen auf, schloss sie aber auch gleich, weil es ein sehr langer, inniger Kuss war. Den anderen Mädchen klappte die Kinnlade runter und eine flüsterte: „Wie kommt ein so süßer Junge dazu, sie einfach so zu küssen?“ Die übrigen zuckten mit den Schultern und schlossen ihre Münder wieder. Ein wenig rot, wegen dem Kuss, sah Arashy Hisaki an, während dieser sie nur anlächelte, „Hallo Arashy, mein Schatz!“ Die anderen hätten am liebsten vor Neid geschrien, aber als Ersatz dafür fragte eine nur mit ironischem Unterton, „Arashy, wieso hast du uns denn so lange verschwiegen, dass du doch einen Freund?!“ Etwas verdattert antwortete Arashy nur, „Aber er ist doch gar nicht mein...“ „Noch nicht.“, unterbrach Hisaki sie. Als hätte er sie geohrfeigt, starrte Arashy Hisaki an. „Arashy, möchtest du mit mir zusammen und meine Freundin sein?“, fragte Hisaki und wurde im Nachhinein doch etwas nervös. Natürlich ließ er es sich nicht anmerken. „Ja.“, sagte Arashy leise, doch da alle schweigend auf eine Antwort gewartet hatten, klang es fast so, als hätte sie es geschrien. Mit empörten Blicken standen die anderen Mädchen auf und gingen, mit den Worten: „Tja, dann wollen wir euch zwei Süßen mal allein lassen.“ Sobald die Mädchen den Schulhof verlassen hatten, half Hisaki Arashy von der Mauer herunter und sie machten sich stumm, auf den Weg nach hause. Auf halbem Weg fragte Arashy leise: „War das jetzt dein Ernst? Ich meine...“ „Wenn du willst, dann ja. Es liegt an dir, wie es jetzt in unserer ``Beziehung´´ weitergeht.“, sagte Hisaki monoton. „Meinst du nicht es ist ein bisschen früh für eine, naja, richtige Beziehung?“ „Das ist deine Entscheidung, ich kann dich zu nichts zwingen.“, sagte Hisaki und konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. „Lass mir ein wenig Zeit, um das Ganze zu überdenken, ja?“ „Okay.“ Sie gingen weiter und kamen schon nach wenigen Minuten am Haus an. Arashy wollte gerade ihren Hausschlüssel aus der Schultasche holen, da hielt Hisaki ihren Arm fest. „Sag mal, hat dir der Kuss gefallen?“ Leicht überrascht, über diese Frage, sagte Arashy: „Das war ein Zungenkuss.“ Darauf gab Hisaki nur zurück: „Du hast dich nicht gewehrt.“ „Na, wie hätte das denn ausgesehen, wenn ich mich vor den Mädels gegen einen Kuss gewehrt hätte?“ „Ich würd mal sagen so, als wenn es dir nicht gefallen würde, wenn dich ein Junge küßt.“, grinste Hisaki. „Siehst du und genau deshalb, habe ich mich nicht gewehrt.“ „Du meinst, wenn ich dich irgendwo, wo uns keiner sieht, geküßt hätte, dann hättest du dich gewehrt?“ „Das währe auf die Umgebung und den Kuss angekommen.“ Ohne Worte packte Hisaki Arashy am Arm und zog sie nach hinten in den Garten. Im Sichtschutz zweier Bäume, drückte er sie gegen einen Baumstamm und gab ihr einen Kuss. „Und wenn ich dich hier, so geküßt hätte?“, grinste Hisaki. „Wie du sicher gemerkt hast, habe ich mich nicht gewehrt.“, sagte Arashy. „Du hast meine Frage noch nicht beantwortet.“ „Welche Frage?“ „Na, ob dir unser erster Kuss gefallen hat.“ „Glaub ja nicht, dass meine Antwort, meine Entscheidung über unsere Beziehung beeinflusst.“ „Nun, sag schon, sonst platze ich noch vor Neugier.“ Beide mußten lachen. Nach einer Weile sagte sie dann: „Er hat mir gefallen. Du kannst sehr gut küssen.“ „Oh, vielen Dank, das Kompliment würde ich gern zurückgeben, aber leider habe ich dich immer nur geküßt und du hast nicht wirklich mitgemacht.“ „Frechheit.“, sagte Arashy leise und schubste Hisaki ein Stück vorwärts, „Das mit dem ``Mitmachen´´ holen wir später nach. Ich hab noch Nachhilfe.“ „Dann willst zu diesem Kerl sicher nicht zu spät kommen, stimmt’s?“, sagte Hisaki ernst. „Was soll das denn heißen? Und warum bist auf ein mal so ernst? Eben war es noch so lustig mit dir.“ Dann dämmerte es Arashy. „Oh, mein Gott, du bist doch nicht etwa eifersüchtig? Noch habe ich nicht JA gesagt, du hast keinen Grund zur Eifersucht.“ „Heiyi hat mir von ihm erzählt. Es ist ein Junge aus deiner Parallelklasse.“ „Das ändert nichts daran, dass wir nicht zusammen sind!“, rief Arashy. „Du magst ihn...“, sagte Hisaki ruhig, „Sonst würdest du dich nicht so aufregen.“ Arashy fühlte sich ertappt und versuchte fieberhaft, aus der Situation zu flüchten. „Das geht dich nichts an!“ Sie nahm ihren Hausschlüssel, schloss auf und ging dann zielstrebig nach oben, in ihr Zimmer. Hisaki schloss die Haustür, nachdem auch er hinein gegangen war und ging dann ins Wohnzimmer. Dort sah er Seiyi sitzen, der sich mit einem Game- Boy amüsierte. „Hallo Seiyi, was machst du da?“, fragte er. Seiyi sah auf und zeigte Hisaki seinen Game- Boy und das Spiel. „Willst du auch mal?“ „Ja, klar, wenn du mir sagst, wie man das spielt.“ Während Seiyi Hisaki das Spiel erklärte, stürmte Arashy in ihr Zimmer und knallte die Tür zu. Sie schmiß ihre Schultasche auf den Boden und ließ sich bäuchlings auf ihr Bett fallen. „Was ist denn los? Alles in Ordnung?“ Arashy schreckte hoch und drehte sich um. Dann schaute sie einem Jungen in die hellgrünen Augen. „Oh mein Gott, Shico!“, gab Arashy keuchend von sich, „Man hast du mich erschreckt!“ „Sorry. Wollte ich nicht. Sag mal, warum kommst du erst so spät?“, sagte Shico und hing seine dunkelgrüne Armee- Jacke über die Lehne von Arashys Schreibtischstuhl. „Ich...“, setzte sie an. Da Arashy ihm auf keinen Fall erzählen konnte, dass sie wegen Hisakis Annäherungsversuchen zu spät gekommen war, musste sie sich ganz schnell etwas einfallen lassen. „Ich... ähm... Der Bus... der Bus hatte sich ähm... verspätet. Ja, genau!“, sagte Arashy leicht nervös und rang sich ein Lächeln ab. „Der Bus?“, wiederholte Shico und zog ungläubig die Augenbrauen hoch. „Ja, der Bus. Aber ist ja jetzt auch egal. Üben wir lieber für die Schule, ich will nicht noch einen Test verhauen.“ „Okay, wie du meinst, Shy.“ „Du weißt, das ich es nicht leiden kann, wenn du mich Shy nennst, Shico. Also, lass es bitte. Komm lieber her und bring mir was bei.“ Arashy deutete auf eine Stelle neben ihrem Bett und Shico kam auch gleich auf dem Schreibtischstuhl und mit den Schulsachen angerollt. „Gut, ähm, na dann los.“, sagte er und sie ackerten alles von Physik bis Geschichte, von Biologie bis Deutsch durch. Etwa 2 ½ Stunden konzentrierten sich beide nur aufs Schulische. „Puh!“, machte Arashy, als sie fertig waren. „Puh!“, keuchte Shico ebenfalls und setzte sich auf die Bettkante neben Arashy, weil er die ganze Zeit über auf dem harten Schreibtischstuhl gesessen hatte. „Sag mal, kann ich dir ein kleines Geheimnis anvertrauen, Shy?“, sagte er sanft. Etwas verwundert setzte Arashy sich neben ihn und antwortete: „Klar, schieß los. Ach und keine Sorge, uns kann niemand belauschen. Meine Eltern und Heiyi sind nicht da und Seiyi traut sich nicht mehr hoch, seit ich ihn vor nem Jahr die Treppe herunter geschubst habe.“ Für einen kurzen Augenblick dachte Arashy an Hisaki, da sie nicht wußte, was er gerade tat. „Gut, aber warum schaust du dann so besorgt?“ „Ach, ich hab mir nur grad ausgemalt, was das für ein Geheimnis sein könnte.“, lächelte Arashy ihn leicht nervös an. Auf einmal schaute er ihr in die Augen und kam dann ganz langsam ihrem Gesicht näher und flüsterte ihr dann ins Ohr: „Schließ doch bitte die Tür zu, dass würde mich sicherer machen, dass niemand etwas erfährt.“ Arashy stand wie in Trance auf und holte ihren Zimmerschlüssel aus der Komode, dann schloß die Tür ab.
Als sie sich wieder umgedreht hatte, staunte sie nicht schlecht als er plötzlich hinter ihr stand. „Wie kann das sein? Ich habe nicht einmal ein Rascheln gehört.“ „Ist doch unwichtig. Kommen wir zu meinem kleinen Geheimnis, bei dem ich mir sicher bin, dass du es niemandem verrätst.“ Arashy bekam allmählich ein mulmiges Gefühl, da ihr sonst nur eine Person bekannt war, die sich so schnell bewegen konnte, das nicht das kleinste Geräusch zu hören ist, Hisaki. Aber vielleicht war es auch nur Zufall und er stand bereits, während sie den Schlüssel herumdrehte. „Wie kannst du dir da so sicher sein? Ich meine, was kann denn so wichtig sein, dass nur ich es wissen darf?“ Shico senkte seine Stimme und begann wieder in Arashys Ohr zu flüstern: „Im Prinzip ist es gar kein Geheimnis, sondern eher ein Wunsch. Es ist dein Wunsch. Ich habe ihn zu meinem Geheimnis gemacht und werde ihn dir jetzt erfüllen. Denn : Ich will dich!“ Arashy schreckte aus ihrer Trance und wandte sich um. „Wie kann das sein? Woher...? Ich meine, das war ein Wunschgedanke. Er sollte nur in meiner Phantasie in Erfüllung gehen.“, dachte sie, knallrot im Gesicht. Shico riss sein Hemd auf und schleuderte Arashy auf ihr Bett. Auf ihrem Schoß sitzen und über sie gebeugt, hielt er ihre Handgelenke fest auf die Bettdecke gedrückt. „Shico! Du tust mir weh!“, rief Arashy und versuchte sich aus seinem Griff zu befreien. Doch er drückte nur noch fester zu. „Das ist es doch was du wolltest! Nun tu doch nicht so als würde dir das nicht gefallen. Die brave Schulmädchenfassade hast du lange genug aufrecht erhalten. Lass deiner Phantasie freien lauf und vergiss alles, was vorher war.“ „Nein, das ist auf keinen Fall was ich will. Shico, du warst nicht mehr als ein Schwarm und bis vor kurzem ein guter Freund.“, versuchte Arashy sich aus der Affäre zu ziehen, „Warum tust du mir das an? Warum jetzt? Warum heute?“ Shico begann ihren Hals zu küssen und flüsterte: „Gegenfrage, warum sträubst du dich so? Wie du selbst sagst, bin ich ein viel begehrter Mädchenschwarm. Sei doch lieber froh, das dir diese Ehre zuteil wird, Shy.“ Er zog mit dem Mund den Reißverschluss vor Arashys Oberteil runter und begann dann mit den Küssen über ihren Busen zu wandern. „Nein! Ich will das nicht! Lass mich! Nein...“, schrie Arashy und dicke Tränen liefen ihre Wangen hinunter. Doch Shico ließ sich nicht beirren und machte einfach weiter. Von Arashys Geschrei angelockt, ging Hisaki die Treppe hoch. Als er die Türklinke herunterdrückte, merkte er, dass die Tür verschlossen war und begann misstrauisch zu werden. Er spitzte seine Vampirohren und hörte so, das Rascheln von Bettdecke, einigen Blättern und Plastikordnern. Dazu kam noch leises Schluchzen und der Verdacht, dass diese Nachhilfe von Arashy noch nicht gegangen war. So bediente Hisaki sich seiner übermenschlichen Kraft und stieß die Tür auf. Sofort blickte Shico auf und ehe sich Hisaki versah, war Shico auch schon an ihm vorbei nach unten und zur Tür hinaus gehuscht. Das alles geschah so schnell, das Hisaki ihn nicht erkennen konnte. Arashy richtete sich auf, sah Hisaki an, drehte sich um und zog schnell den Reißverschluss wieder hoch. „Was war denn hier los?“, fragte er, mit einem Gesichtsausdruck, wie bestellt und nicht abgeholt. Dann wanderte sein Blick zum Bett, welches total unordentlich und zerknautscht war, dem Boden um das Bett herum, auf dem zerknitterte Hausaufgaben und Ordner lagen, und schließlich zu Arashy, die eingeschüchtert auf der Bettkante saß und starr aus dem Fenster sah. „Was ist hier passiert? Sag es mir Arashy, denn nach lernen sieht es hier nicht gerade aus.“ Hisaki stieg von der auf dem Boden liegenden Tür und ging dann langsam auf sie zu. Ein paar Zentimeter vor dem Bett stehend fragte er: „Darf ich mich zu dir setzen und wir reden?“ „Ich will nicht reden. Nicht mit dir. Geh!“, sagte Arashy betont ruhig und starrte weiter aus dem Fenster. „Aber...“, setzte Hisaki an. „Hast du nicht gehört? Du sollst gehen! Verlasse sofort mein Zimmer! Ich will allein sein.“, schrie sie ihn an, nachdem sie aufgesprungen war. Mit glasigen Augen sah sie ihn an und hatte das Gefühl Shico würde dort vor ihrem Bett stehen und nicht Hisaki. Er streckte die Hand aus und strich Arashy über die Wange. „Warum hast du geweint? Hat er dir weh getan?“, sagte er sanft. Arashy preßte die Lippen zusammen und schlug dann seine Hand weg. „Faß mich nicht an! Geh endlich! Außerdem geht es dich nen feuchten Dreck an, warum ich weine!“ „Nun gut, wenn es dein Wunsch ist, deine Probleme in dich rein zu fressen und mit niemandem darüber zu sprechen.“ Hisaki wollte sich gerade zum Gehen umdrehen, da konnte Arashy ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Sie sackte auf den Boden und weinte aus vollem Herzen, all ihre unterdrückte Wut und Trauer aus. Hisaki kniete sich neben sie, nahm sie in den Arm und drückte sie fest an sich. „Schüht... Ist ja gut... Alles wird gut... Es ist gut zu weinen, das reinigt Seele und Gewissen...“, flüsterte er sanft und strich ihr behutsam übers Haar um sie ein bisschen zu beruhigen.
Am nächsten Morgen fanden sich beide auf dem Boden vor Arashys Bett wieder. Hisaki hatte immer noch seinen Arm um sie gelegt. „Wir sind wohl eingeschlafen.“, dachte er laut und sah, die sich die Augen reibende Arashy an. „Ja, du hast recht.“ Etwas kleinlaut fügte sie hinzu: „Danke, das du mich gestern doch noch getröstet hast...“ „Keine Ursache, ich wußte einfach, das du es irgendwann nicht mehr aushalten würdest und sich dann jemand um dich kümmern muss. Auch wenn es eingebildet klingt, ich hatte das Gefühl, ich wäre dann der Einzige der dich versteht.“ Er lächelte sie an. Arashy erwiderte das Lächeln und kuschelte sich an ihn. Dann bemerkte sie, dass Hisakis blasses Gesicht einen leicht rötlichen Ton angenommen hatte. „Was hast du denn?“, fragte Arashy. „Ach, nichts.“, erwiderte dieser und sah sie an, „Es ist nur so, du scheinst dich bei mir geborgen zu fühlen und naja, das hat mich etwas nervös gemacht.“ Lächelnd stand sie auf und antwortete: „Es braucht dir nicht peinlich zu sein. Aber weißt du... du bist für mich mehr so etwas wie ein Bruder.“ Arashy sah zur immer noch am Boden liegenden Tür, um nicht in Hisakis enttäuscht und zugleich entsetztes Gesicht zusehen. Hisaki öffnete gerade den Mund um etwas zu sagen, da „unterbrach“ ihn Arashy: „Wie sollen wir meinen Eltern bloß, das mit der Tür erklären?“ Hisaki nutzte seinen noch offenen Mund: „Ich mach das schon.“, mit ernstem Ton fragte er dann: „Sag mal, musst du nicht zur Schule?“ „Nein, heute ist Studientag.“, antwortete sie leise, „Ich ähm geh dann mal runter... zum Frühstück. Kommst du mit?“ „Nein, wie gesagt, ich repariert zu erst die Tür.“ „Okay, bis später.“ Arashy stieg über die Tür und ging dann die Treppe hinunter in die Küche, dort wartete bereits der Rest der Familie. Ein innerlich total aufgewühlter Hisaki machte sich an der Tür zu schaffen, während Arashy den Auftrag bekam im Garten den Rest des Lagerfeuers zu beseitigen und neue Äste und Zweige zu suchen und Stämme vom Stapel hinzulegen.
Vampirsein
Vergeblich versuchte sie ein paar dicke Äste oder Zweige im Garten zu finden, während sie über das Gespräch nachdachte, das sie am Morgen mit Hisaki geführt hatte. „Es hat ihn sehr getroffen, das er für mich nur wie ein Bruder ist. Ob er mich wirklich liebt?“, dachte Arashy und streckte sich. Plötzlich merkte sie, wie sich eine kalte Hand um ihre beiden, nach oben gestreckten, Handgelenke schloss. Tausend Gedanken schossen Arashy durch den Kopf und so schloss sie die Augen, weil sie nicht wissen wollte wer es war. Dann gab ihr jemand einen zärtlichen Kuss und ließ ihre Handgelenke los. Arashy riss die Augen auf und sah Hisaki in die hellblauen Augen. Arashys Sprachlosigkeit nutzend, ergriff er das Wort: „Es tut mir leid, falls ich dich erschreckt haben sollte, aber ich versteh es nicht. Wieso bin ich für dich nur wie ein Bruder? Außerdem würde ein Bruder dich so küssen?“ Arashy ohrfeigte ihn: „Natürlich würde ein Bruder mich nicht so küssen, wir währen schließlich verwandt! Aber meine Gefühle haben nichts mit deinen Küssen zu tun. Find dich einfach damit ab, verdammt!“ In Hisakis geohrfeigtem Gesicht machte sich blankes Entsetzen breit und so holte auch er zu einer Ohrfeige aus. Eine einsame Träne rann Arashys Wange herunter und sie wollte gerade zurück ins Haus rennen, da hielt Hisaki sie am Arm fest. „Es tut mir leid.“, keuchte er und sein Gesicht spiegelte wieder, das er es erst meinte. „Arashy,“, rief er ihr nach, als sie sich aus seinem Griff gelöst hatte und durch den Garten lief, „es tut mir leid! Es tut mir so leid...“ Doch Arashy schien ihn nicht mehr zu höre, da sie ohne einen Blick zurück, über die kleine Terrasse ins Haus gerannt war. „Verdammt!!!“, fluchte Hisaki und trat so heftig gegen den Baum, vor dem vor kurzem noch Arashy stand, das dieser leicht vibrierte. „Verdammt... Warum muss ich sie jetzt auch noch verlieren?...“ Der Streit und die Erkenntnis Arashy vielleicht verloren zu haben, beschäftigten Hisaki. So blieb er den restlichen Tag im Garten und setzte sich gegen Abend in die Baumkrone, in der er sich mit dem fremden Jungen unterhalten hatte. Gedankenverloren beobachtete er die Sonne, die in der Feine unterging und die Wolken die sich rot und rosa gefärbt hatten. Er legte die Stirn in Falten und betrachtete seine rechte Hand. „Wie konnte ich nur?...“, fragte Hisaki sich selbst und ballte die Hand zur Faust, so stark, das es ihm wehtat. Doch dieser Schmerz war nichts, im Vergleich zu dem, was Arashy jetzt fühlte. Sie lag in ihrem Zimmer und weinte. Hisakis Blick schweifte vom nun dunkelblau gewordene Himmel zu Arashys Balkon. Das Licht brannte noch. Für einen kurzen Augenblick hatte er Lust, seine Flügel zu spreizen und zu ihr zu fliegen, doch dann beschlich ihn ein Gefühl von Angst. Er hatte Angst vor einem weiteren Gespräch mit ihr oder das ihn eventuell ihre Eltern oder Heiyi zur Rede stellen würden. Er hatte keine Lust ihnen Rede und Antwort zu stehen. „Was sie wohl gerade denkt?“, dachte Hisaki, als er ihre Silhouette hinterm Fenster erkannte. „Wie herzzerreißend.“, höhnte eine Stimme. Hisaki wirbelte herum und erkannte den Jungen mit den hellgrünen Augen, der schwarzen Jeans und den Springer- Stiefeln. „Erst ohrfeigst du sie und dann trauerst du ihr nach. Wie erbärmlich.“, er grinste und setzte sich in die Baumkrone. Eine Weile beobachteten sie sich gegenseitig, bis Hisaki die Stille durchbrach. „Ich trauere Arashy nicht nach. Ich habe über dein „Angebot“ nachgedacht.“ Das Grinsen des Jungen wurde breiter, „Ach, hast du das?“ „Ja.“, sagte er bestimmt, „Ich will die Kashiwas verlassen. Noch heute.“ „Heiliger Himmel! Und um zu diesem Entschluss zu kommen, musste sie dich erst ohrfeigen? Naja, um so besser. Besser du kommst aus Rache, als gar nicht.“ Hisaki löste seine Faust und sah mit milder Begeisterung auf die Abdrücke seiner Nägel, „Ja... aus Rache.“ „Das mit ihr war sowieso nur vergebliche Liebesmüh. Und jetzt komm. Das muss gefeiert werden! Du hast bestimmt einen riesen Durst.“, er stand auf. Hisaki tat es ihm gleich und beide sprangen vom Baum. Während sie durch den Garten liefen, sah Hisaki noch ein letztes Mal zu Arashys Balkon. Dabei ertappte er sich, wie er wieder Lust bekam, zu ihr zu fliegen. Doch dieser Gedanke verflüchtigte sich, als er bemerkte, das der Junge ihn beobachtet hatte. „Wie heißt du eigentlich?“, versuchte Hisaki sich aus der Schlinge zu ziehen. Der Junge guckte leicht überrascht. „Shico.“, antwortete er. „Aha, okay, ich mein nur, damit ich dich auch mal direkt ansprechen kann.“ „Ah ja, gut, Hisaki, deinen Namen kenn’ ich ja schon.“ Für einen Moment wunderte Hisaki sich darüber, doch dann war es ihm egal. Er hatte keine Lust mehr, sich über oder um irgendetwas Gedanken zu machen, denn trotz aller Bemühungen, vermisste er Arashy jetzt schon. Sie verließen nun die Straße in der die Kashiwas wohnten und bogen in Hauptstraße ein. Hisaki hatte schon die ganze Zeit über etwas gestört, doch er wußte einfach nicht was. „Wo gehen wir hin?“, fragte er. „Du hast dich entschlossen, einer von meiner Sorte zu werden.“, antwortete Shico kurz angebunden, „Also, werde ich dich in eine Vampir- Bar einladen.“ Hisakis leerer Magen begann zu knurren. „Oh ja, das währe jetzt genau das Richtige.“ „Ein kleiner Mitternachts- Snack für unseren Neueinsteiger.“, Shico begann wieder zu grinsen, als sie in eine Nebenstraße einbogen. Plötzlich merkte Hisaki, das er vollkommen die Orientierung verloren hatte, da es auf einmal nicht mehr so gehegt und gepflegt aussah. Die Straße ähnelte eher einer dunklen Gasse aus einem Gruselfilm, wo aus jeder Ecke jemand springen und dich umbringen könnte. Doch die beiden Jungen verspürten keine Angst, im Gegenteil. Shico ging zielstrebig auf eine Betontür zu und begann drei mal laut gegen zu klopfen. Wie angewurzelt, stand Hisaki da und beobachtete, wie sich in der Tür ein Riegel zurück schob. „Shico!“, ertönte eine laute Männerstimme und die Tür schwang quietschend auf, „Mister Armee! Schön, dass du dich auch mal wieder blicken läßt! Komm rein!“ „Hallo Ajomizo.“, entgegnete Shico, „Ich habe jemanden mitgebracht.“ Er wies mit dem Daumen über die Schulter auf Hisaki. Ajomizo blickte auf, warf Hisaki einen flüchtigen Blick und wandte sich dann wieder Shico zu. „Wer ist der Blauschopf? Ist er ein Vampir?“, fragte er misstrauisch. „Ein angehender.“, erklärte Shico knapp. Hisaki stand immer noch reglos da und beobachtete das Geschehen. „Aha.“, brummte Ajomizo und guckte immer noch etwas misstrauisch, „Na dann zeig ihm mal wie das Nightlife eines richtigen Vamps ist.“ Er trat zur Seite um Shico eintreten zu lassen, dieser winkte Hisaki. Zögernd tat er, wie ihm geheißen und folgte Shico an Ajomizo vorbei. Mit einem lauten Knall schloss Ajomizo die Tür und folgte den beiden. Shico voraus gingen sie einen kurzen kahlen Flur entlang, zu einer weiteren Tür, die aufgrund von Bässen leicht vibrierte. Hisaki trat vor Schreck ein paar Schritte zurück, als Shico die Tür öffnete und ohrenbetäubend laute Musik an ihre Ohren drang. Mit aufgerissenen Augen bestaunte er die vielen bunten Scheinwerfer und die Spiegelungen der Discokugel. Shico achtete gar nicht erst auf Hisakis Zurückzucken und durchschritt, dicht gefolgt von Ajomizo, die Tür. Immer noch schwer beeindruckt, folgte Hisaki ihnen und schloss die Tür hinter sich. Der ganze Raum schien eine einzige große Tanzfläche zu sein, auf der sich an die Tausend Teenager amüsierten. Es kam Hisaki wie eine halbe Ewigkeit vor, bis sie sich durch die tanzenden Jugendlichen nach vorn zur Bar gedrängelt hatten. Dort angekommen, stellte Ajomizo sich hinter die Theke und fragte mit Handzeichen, ob und was sie zu trinken haben wollten. Hisaki setzte sich neben Shico auf einen Barhocker und sah zu, wie dieser zuerst zwei Finger hoch hielt und dann auf seine Halsschlagader zeigte. Ajomizo verstand sofort und ging in ein Zimmer hinter der Theke. Selbstzufrieden grinsend, lehnte Shico sich zurück und bedeutete Hisaki nach ein paar Minuten, dass sie sich in eine Ecke mit Sesseln begeben werden. Dieser verstand nicht ganz, folgte aber Shico ohne ein Wort des Widerspruchs. Die Ecke, in der sich 5 große schwarze Sessel und eine weinrote Couch befanden, war etwas abseits der Tanzfläche, so, dass die Musik nur gedämpft zu hören war. Shico, der diese Situation anscheinend schon gewöhnt war, setzte sich entspannt in einen der Sessel und bat Hisaki die Couch an. Er setzte sich und fragte Shico, weil er ebenfalls der Zeichensprache mächtig war, was das denn nun werde, wenn es fertig sei. Shico antwortete darauf nicht und deutete nur auf eine graue Tür, die sich just im selben Moment öffnete. Hisaki staunte nicht schlecht, als 3 leicht bekleidete Frauen, um die 17 – 19 Jahre, auf sie zu kamen. Die 19- Jahre- eingeschätzte, hatte schulterlanges schwarzes Haar, trug einen kurzen dunkelblauen Rock und eine weiße Bluse. Die anderen beiden hatten moosgrünes Haar, dass ihnen bis zu den Hüften ging und ihren Oberkörper bedeckte, dazu passend kurze Jeans. Leicht nervös blicke Hisaki zu Shico, der voller Vorfreude grinste und die beiden Mädchen um die 17 im Blick hatte. Er stand auf und ging zu der Schwarzhaarigen, die schon die Hand aufhielt. Shico zog einen Schein aus seiner Jeanstasche und flüsterte ihr dann etwas ins Ohr. Sie lächelte. Dann wies sie die beiden Mädchen an, mit Shico zu gehen und ging selbst zu Hisaki. Dieser schluckte schwer, als sie auf seinem Schoß Platz nahm. „Nicht so schüchtern, ich werde dich schon nicht beißen.“, sagte sie liebevoll und lächelte ihn an. „Ich bin nicht schüchtern.“, kam es stotternd aus ihm heraus, „Nur überrascht.“ Sie strich sich die Haare zur Seite, so das ihr Hals frei lag und sagte: „Überrascht? Warum?“ Hisaki warf einen Blick zu Shico, der schon die Zähne im Hals des einen Mädchens versenkt hatte, während die andere in seinen rechten Unterarm biss. „Die beiden verwöhnen ihn immer so.“, seufzte die Schwarzhaarige und drehte Hisakis Gesicht wieder zu sich. „Ich könnte mir vorstellen, du hast auch durst.“ Sie neigte ihren Kopf zur Seite und Hisaki hörte ihren langsamen Puls. Gier stieg in ihm auf und sein Magen verkrampfte. Er spürte, wie seine Eckzähne länger wurde und gegen seine Unterlippe drückten, dann schnappte er wie ein Raubtier zu und biss ihr in den Hals. Sie hielt ganz still und er hörte nur, wie sie ein paar Mal tief einatmete, während er fester zubiß und trank. Nach einer Weile merkte er, wie ihre Hände ihn weg drücken wollten, doch er hatte noch nicht genug und ließ nicht locker. Dann wurde sie unruhig und begann fester zu drücken. Hisaki wollte ihr nicht weh tun und ließ langsam von ihr ab. Ein dünnes Blutrinnsal lief aus seinem Mundwinkel und tropfte von seinem Kinn. Er war von ihrem Blut so benebelt, dass er es nicht mitbekam. „Wie heißt du?“, fragte Hisaki sie, nachdem sie ihm mit einem weißen Stofftaschentuch das Rinnsal weggewischt hatte. „Yumiko.“, antwortete sie und stand auf. „Bleib hier, Yumiko. Bitte.“, hielt Hisaki sie zurück und griff sich ihr Handgelenk. „Lass mich los!“ Plötzlich stand Shico neben ihnen, „Was ist los mit dir, Yumiko? Warum willst du uns so fluchtartig verlassen?“ Erschrocken zuckte sie zusammen und antwortete : „Er hat zu viel...“ Shico konnte ein hämisches Grinsen nicht unterdrücken : „Was erwartest du? Es war sein erster Durst an seines gleichen.“ „Du weißt genau was ich meine. Du weißt nicht was er anstellen könnte, bei der Menge die er jetzt intus hat, Shico!“ Hisaki löste seinen Griff und beobachtete weiterhin, in seiner halben Trance das Gespräch. „Was hast du gerade gesagt?!“, Shico schloss blitzartig seine Hand um Yumikos Hals. „Du tust mir weh...“, keuchte sie. „Zweifelst du etwa an meinem Urteilsvermögen?“, er begann seinen Griff zu verstärken, „Glaub mir, du kleine Blutnutte, ich weiß was ich tue.“ Er ließ sie los und Yumiko verschwand, mit einem kurzen sorgenvollen Blick auf Hisaki. „Was sollte das?“, fragte Hisaki Shico, der sich neben ihn gesetzt hatte. „Was meinst du?“, entgegnete dieser und drehte sein Handgelenk mit einem lauten Knacksen. „Warum hast du sie so fertig gemacht, nur weil sie dir einen Rat geben wollte?“ „Einen Rat geben?! Ich bin 283 Jahre alt, diese kleine Blutnutte hat mir keine Ratschläge zu erteilen.“ Hisaki verdrehte die Augen, „Weißt du, dein Verhalten entspricht eher dem eines 16 Jährigen.“ „Ich bin 16 menschliche Jahre alt, ich hoffe das war keine Beleidigung!“ „Nein, keine Sorge.“, funkelte Hisaki. Nach einer Weile ließ das tranceartige Gefühl nach und er konnte wieder klar denken. „Wie fühlst du dich?“, fragte Shico und machte immer noch das Gesicht eines bockigen Jungen. „Warum willst du das wissen und was meinte Yumiko mit „Er hat zu viel...“ und „Du weißt nicht was er anstellen könnte, bei der Menge die er intus hat.“? “ „Yumiko hat manchmal solche Momente in denen sie Unsinn redet, kümmere dich nicht darum.“


schreibe bald weiter keine Sorge XD



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